Sicherheitsupdates: Unterschiede zwischen den Betriebssystemen

Was sind Sicherheitsupdates und warum sind sie so wichtig?

Keine Software ist jemals völlig fehlerfrei. Immer wieder kommt es daher vor, dass sogar Betriebssysteme eine kritische Sicherheitslücke aufweisen. Viele Hersteller veröffentlichen daher regelmäßig Sicherheitsupdates, durch deren Installation gewährleistet werden soll, diese Lücken zu schließen.

Da bekannte, nicht behobene Sicherheitslücken ein erhebliches Risiko darstellen, ist es ratsam, stets Updates zu installieren und so das Betriebssystem aktuell zu halten. 

Leider werden derartige Updates oft nur zeitlich begrenzt zur Verfügung gestellt: Besonders im Bereich der mobilen Geräte gibt es große Unterschiede zwischen Betriebssystemen, Herstellern und sogenannten gebrandeten Geräten der Mobilfunkanbieter.

Für BenutzerInnen bedeutet dies letztlich, dass nur jene mobilen Endgeräte zu empfehlen sind, die fortlaufend und langanhaltend Sicherheitsupdates angeboten bekommen. Dies ist jedoch häufig nur der Fall, wenn sowohl Hardware wie auch Software aus "einer Hand" stammen, insb. Apple iPhones und iPads, Google Nexus und Pixel sowie Endgeräte mit Microsoft Windows Mobile.

Zur besseren Verständlichkeit finden Sie nachfolgend eine zusammenfassende Betrachtung der Updatepolitik dieser gängigsten mobilen Betriebssysteme.

Android

Da viele unterschiedliche Hersteller auf Android als Betriebssystem für ihre Geräte zurückgreifen, ist auch die Updatepolitik sehr unterschiedlich. Die höchste Aktualisierungsfrequenz weisen dabei die unter dem Namen "Nexus" oder "Pixel" vertriebenen Geräte von Google selbst auf: Google verspricht hier monatlich Sicherheitsupdates über einen Zeitraum von drei Jahren nach Verkaufsstart bzw. mindestens 18 Monaten nach Verkaufsende.

Mit der "Android One" Initiative bietet Google in Zusammenarbeit mit einigen Hardware Herstellern Geräte an, die über ein "pures" Android System verfügen. Geräte mit dem Android One Siegel erhalten regelmäßig Security Updates für mehrere Jahre.

Auch andere Hersteller, insbesondere Samsung, LG und BlackBerry, verpflichten sich zur Verfügungstellung von Sicherheitsupdates über begrenzte Zeiträume. Oftmals beziehen sich diese Garantien jedoch nur auf bestimmte Modelle, Produktlinien, geografische Regionen oder die Hersteller bleiben die Auskunft schuldig, ob bei den betreffenden Sicherheitsupdates auch z. B. die Treibersoftware aktualisiert wird.

Wiederum andere Hersteller haben hingegen keinen regelmäßigen Updatezyklus öffentlich kommuniziert. Manche Gerätelinien erhalten so beispielsweise kaum oder gar keine Updates. Diese Geräte werden dennoch - sofern sie an den Google Play Store angebunden sind - über ein integriertes System namens "Google Play Protect" bzw. "SafetyNet" vor Bedrohungen geschützt: Dadurch werden täglich Millionen von Android-Geräten, die darauf installierten Apps sowie von Apps nachgeladene Programmteile auf Gefährdungen überprüft und geeignete Gegenmaßnamen getroffen. Weitere Informationen zu "Google Play Protect" und Informationen wie Sie überprüfen können ob Ihr Gerät geschützt ist, erfahren sie auf Android - Certified.

iOS

Apples mobile Endgeräte haben einen wesentlichen Vorteil: Hardware und Betriebssystem stammen vom selben Hersteller. Im Gegensatz zu Android mit seinen zahlreichen Herstellern hat Apple daher die vollständige Kontrolle über den Updateprozess.

Apple veröffentlichte bisher regelmäßig Sicherheitsupdates, falls Sicherheitslücken bekannt wurden. Wie lange eine iPhone-Generation mit solchen Updates versorgt wird, ist allerdings nicht explizit geregelt. Bei Betrachtung älterer iPhone-Modelle lässt sich jedoch festhalten, dass jede Generation über einen Zeitraum von mindestens vier Jahren mit Sicherheitsupdates und Betriebssystem-Upgrades versorgt wurde.

Windows Mobile

Microsoft garantiert bei seinen mobilen Betriebssystemen über einen Zeitraum von drei Jahren die Auslieferung von Updates. Seit Windows Mobile 10 werden die Endgeräte zudem direkt mit diesen Updates versorgt, also ohne Umweg über die verschiedenen Hersteller. Lediglich Updates für Gerätetreiber werden gesondert vom Hersteller ausgeliefert, insofern dieser nicht Microsoft selbst ist.

Bitte beachten Sie jedoch, dass ältere Versionen des mobilen Betriebssystems (z. B. Windows Phone 8) einem ähnlichen Problem unterworfen sind, wie dies bei Android-Geräten der Fall ist: Die jeweiligen Hersteller der Endgeräte sind in den Updateprozess eingebunden, weshalb Sicherheitsupdates unter Umständen verzögert oder gar nicht ausgeliefert werden.

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