Was bedeutet digitale Barrierefreiheit?
Digitale Inhalte, Dienste und Anwendungen sollen grundsätzlich so gestaltet sein, dass alle Menschen sie nutzen können – unabhängig von körperlichen, sensorischen oder kognitiven Einschränkungen. Menschen mit Beeinträchtigungen stoßen im digitalen Raum jedoch häufig auf Barrieren, etwa:
- schwer lesbare Inhalte durch zu geringe Kontraste
- schwer bedienbare Webseiten und Anwendungen aufgrund fehlender Struktur
- unzureichend zugängliche Dokumente und Formulare ohne korrekte Auszeichnung für digitale Hilfsmittel
- unverständliche Videos ohne Untertitel oder Audiodeskription
Ein Beispiel: Sehbeeinträchtigte Personen können Schrift schwer erkennen, wenn sie einen geringen Kontrast zum Hintergrund aufweist. Etwa wenn eine helle Schriftfarbe vor weißem Hintergrund gewählt wird. Viele sehbeeinträchtigte Nutzer*innen verwenden sogenannte Screenreader, wenn sie sich im Internet bewegen. Diese Software-Produkte lesen den Inhalt einer Webseite vor, die Überschriften der Webseite bilden dabei sozusagen das Inhaltsverzeichnis. Redakteur*innen müssen daher beim Erstellen einer Seite die Überschriften sinnvoll benennen und die Hierarchie dieser Überschriften logisch aufbauen.
Das Ziel ist immer dasselbe: digitale Teilhabe für alle.
Ein universitätsweites Projektteam setzt mit Unterstützung von Team Barrierefrei Maßnahmen zur Verbesserung der digitalen Barrierefreiheit an der Universität Wien um. Projektkoordinator Philipp Köhn aus der Stabsstelle Coordination Digital Transformation des ZID beschreibt den Grundgedanken des Projekts: „Wir haben 2022 damit begonnen, ein Bewusstsein für digitale Barrierefreiheit an der Universität Wien zu schaffen und Informationen bereitzustellen. Damit digitale Inhalte und Services inklusiv zugänglich sind, benötigen Ersteller*innen das entsprechende Fachwissen. Mit einem umfangreichen Schulungsangebot möchten wir Mitarbeiter*innen dabei unterstützen, sich Kompetenzen zur Erstellung barrierefreier digitaler Inhalte anzueignen. Barrierefreiheit sollte als gemeinsame Aufgabe verstanden werden, deren Umsetzung nur durch den Einsatz aller gelingt.“
Mittlerweile steht im Intranet ein umfangreiches Informations- und Schulungsangebot bereit.
Leitfaden zur digitalen Barrierefreiheit
Die Intranetseiten zur digitalen Barrierefreiheit wurden umfassend überarbeitet und stellen nun ein umfangreiches Informations- und Schulungsangebot bereit: Neben grundlegenden Informationen finden sich zahlreiche praktische Hilfsmittel. Hands-on-Listen orientieren sich an typischen Anwendungsszenarien und unterstützen insbesondere Webseiten-Administrator*innen und Redakteur*innen dabei, digitale Inhalte inklusiv zu gestalten.
Barrierefreie Webredaktion
Webseiten, die im neuen TYPO3 der Universität Wien umgesetzt sind, erfüllen bereits einen Großteil der Anforderungen der Richtlinie digitale Barrierefreiheit: Inhalte lassen sich ohne Informationsverlust mobil darstellen, sind per Tastatur bedienbar und erfüllen die Vorgaben für den Kontrast. In der Barrierefreiheitserklärung ist zudem ersichtlich, welche Inhalte derzeit noch nicht vollständig barrierefrei sind.
Damit diese Webseiten über das Grundgerüst hinaus barrierefrei bleiben, müssen Webredakteur*innen bei der Pflege von Inhalten – etwa Seitenstruktur, Texten, Bildern oder Multimedia – auf Barrierefreiheit achten. Der neue Leitfaden für barrierefreie Inhalte zeigt anhand von Beispielen, was bei der Gestaltung von Webseiten‑Content ausschlaggebend ist.
Zum Leitfaden für barrierefreie Inhalte
Digitale Barrierefreiheit testen
Auch bestehende Webseiten und Anwendungen können auf Barrierefreiheit geprüft werden. Der Leitfaden erklärt, welche Aspekte dabei besonders wichtig sind, und zeigt anhand von Beispielen, wie Elemente wie Überschriften oder Linktexte optimal umgesetzt werden.
Zum Leitfaden Barrierefreiheit testen
Barrierefreie Dokumente
Damit Dokumente für alle Menschen zugänglich sind – auch für jene, die Screenreader, Vergrößerungssoftware oder andere Hilfsmittel nutzen – müssen sie korrekt und barrierefrei gestaltet sein. Eine besondere Rolle spielen PDF‑Dokumente, da sie häufig und vielseitig verwendet werden. Grundlage eines PDFs sind meist Ausgangsdokumente wie Word‑, Excel‑, PowerPoint‑ oder InDesign‑Dateien. Die barrierefreie Gestaltung beginnt daher bereits in diesen Formaten.
Für die Erstellung barrierefreier Dokumente stehen an der Universität Wien Vorlagen und Templates zur Verfügung. Sie enthalten einheitlich angelegte und korrekt formatierte Absatzformate, etwa für Überschriften, Fließtext, Listen oder Bildunterschriften.
Zum Leitfaden für barrierefreie Dokumente
Mit axesWord barrierefreie PDF-Dokumente erstellen
axesWord ist ein Add-in für Microsoft Word unter Windows, mit dem Word-Dokumente automatisiert in barrierefreie PDF-Dokumente nach dem Standard PDF/UA überführt werden können. Dadurch bleibt die Bedeutung und logische Struktur der Inhalte beim Export erhalten und kann von assistiven Technologien, also Hilfsmitteln wie Screenreadern korrekt interpretiert werden.
Während Word selbst nur einfache PDF‑Exporte ermöglicht und viele Anforderungen der Barrierefreiheit nicht vollständig berücksichtigt, schließt axesWord diese Lücke. Das Add‑in überträgt logische Dokumentstrukturen, Alternativtexte für Bilder, Tabelleninformationen, Listenhierarchien, Hyperlinks und Metadaten vollständig und korrekt in das PDF. Zusätzlich prüft axesWord das gesamte Dokument auf mögliche Barrieren und bietet gezielte Korrekturwerkzeuge an.
Zum ausführlichen axesWord-Artikel
axesWord kostenlos für Mitarbeiter*innen
Mitarbeiter*innen können axesWord für Windows kostenlos über das Selfservice-Portal (via Uni-Datennetz/VPN) beziehen.
axesWord-Schulungen
Im Sommersemester werden über u:rise 2 Schulungstermine zum Umgang mit axesWord angeboten:
- 13. April 2026, 09:00–12:00 Uhr
- 18. Mai 2026, 09:00–12:00 Uhr
Schulungen und Selbstlernkurs
Die aktuellen Schulungen zur digitalen Barrierefreiheit führen praxisnah in die Grundlagen digitaler Barrierefreiheit ein. Spezialisierte Kurse legen den Fokus auf die Gestaltung barrierefreier digitaler Inhalte für bestimmte Anwendungen.
Ergänzend dazu steht in u:rise der Selbstlernkurs Digitale Barrierefreiheit zur Verfügung, der flexibel im eigenen Tempo absolviert werden kann. Schulungsvideos stellen Hilfsmittel vor und demonstrieren die Bedienung von Screenreadern. Außerdem lernen Nutzer*innen Schritt für Schritt wie Word- und PowerPoint-Dokumente in barrierefreie PDF-Dokumente umgewandelt werden können.
Kurse im Sommersemester
Einführung in die digitale Barrierefreiheit
- 24. März 2026, 09:00–12:00 Uhr
- 19. Mai 2026, 09:00–12:00 Uhr
Barrierefreiheit von Webseiten prüfen
- 14. April 2026, 10:00–12:00 Uhr
Barrierefreie Websites mit WordPress
- 2. Juni 2026, 10:00–12:00 Uhr
- 13. April 2026, 09:00–12:00 Uhr
- 18. Mai 2026, 09:00–12:00 Uhr
Barrierefreie PDF-Formulare mit Acrobat Pro
- 27. April 2026, 09:00–12:00 Uhr
Barrierefreie PDFs aus InDesign
- 1. Juni 2026, 09:00–12:00 Uhr
Barrierefreie Social Media Inhalte
- 13. Mai 2026, 09:30–12:00 Uhr
Kontakt
Bei Fragen zum Thema steht Ihnen das Projektteam Digitale Barrierefreiheit via Servicedesk-Formular Anfrage zu Barrierefreiheit prüfen oder via wzg(at)univie.ac.at zur Verfügung.