DSMC (Tivoli Storage Manager)

Alle Funktionen von TSM lassen sich mit Kommandos aufrufen, sodass sie in Stapeldateien oder Kommandoprozeduren verwendet werden können.

Der Befehl dsmc läßt sich dabei so verwenden, dass er entweder

  • gleich alle Parameter mitbekommt
    dsmc query archive "*" dsmc retrieve d:\docs\workflow.doc
  • oder man ruft das Programm dsmc einmal (z.B. hier unter Windows 2000) und gibt dann Befehle ein:
    d:\> \win32app\ibm\TSM\baclient\dsmc dsmc> query archive "*" ..... dsmc> retrieve d:\docs\workflow.doc dsmc> quit

Diese Varianten sehen zwar sehr ähnlich aus, sind es aber nicht immer. Während unter den diversen Windowsvarianten kaum Unterschiede auftreten können, ist allerdings dies unter UNIX nicht so. Im ersten Fall interpretiert die Shell das Kommando und ersetzt daher Shellvariablen (ein * kann z.B. auf die in dem aktuellen Verzeichnis vorhandenen Dateien expandiert werden), im zweiten Fall geschieht dies nicht.

Jedes TSM-Kommando beginnt mit einem Namen (z.B. oben: query) welches manchmal von einem Objekt (hier archive) gefolgt wird. Danach können weitere Parameter oder Optionen (switches) stehen, die angeben auf welche z.B. Dateien sich das Kommando bezieht. Abkürzungen von Befehlen sind vorgesehen.

Bei Dateinamen dürfen einfache Wildcards eingesetzt werden. "*" steht dabei für beliebige Teiltexte (es existieren keine Sonderregeln für Dateien die mit einem "." beginnen). "?" steht dabei für einzelne Zeichen. Wenn Sie Wildcards einsetzen, sollte der Dateiname immer unter doppelten Anführungszeichen stehen. Anders als in UNIX sind Wildcards nur im Dateinamen zulässig. Verzeichnisse können so nicht aufgesucht werden.

Bei der nun folgenden kurzen Beschreibung der wesentlichsten Möglichkeiten ist es fast müßig zu erwähnen, dass TSM mit Befehl HELP online Hilfe leistet.

Backup von Dateien

Mittels des Befehls:

dsmc incremental -subdir=yes "d:\*.*"

kann beispielsweise der Inhalt der ganzen Festplatte (oder Partition) d:\ Ihres PCs gesichert werden. Analog lassen sich Unterverzeichnisse derselben Platte sichern. Hier noch ein Beispiel unter dem Betriebssystem Unix:

dsmc incremental -subdir=no /usr/users/holo

Dieser Befehl sichert alle Dateien in dem Verzeichnis /usr/users/holo .

Anzeige von mittels Backup gesicherten Dateien

Um herauszufinden welche Dateien durch Backup im TSM Server gespeichert sind, gibt es folgendes Kommando:

dsmc query backup -subdir=yes "*"

womit Sie alle Ihre gesicherten Dateien aufgelistet bekommen. Die Option -inactive gestattet zusätzlich das Auflisten aller gespeicherten früheren Versionen Ihrer Dateien. Haben Sie z.B. unter Unix im Verzeichnis /u/holo/briefe/1997 durch Änderungen mehrere Versionen Ihrer Briefe konferenz97.tex abgespeichert, so bekommen Sie eine Liste aller Dateien durch: 

dsmc query backup -inactive \ /u/holo/briefe/1997/konferenz97.tex

Der obige \ ist die Unix Zeilenfortsetzung.

Restore von Dateien

Es ist passiert: Sie haben sich eine Datei die Sie später benötigen gelöscht. Mittels des Kommandos restore können Sie Dateien die mittels Backup gesichert wurden, wiederherstellen.

Der Befehl:

dsmc restore -subdir=yes "/u/holo/briefe/*"

speichert alle aktiven Dateien im Unterverzeichnis /u/holo/briefe wieder zurück. Falls Sie dabei existierende Dateien überschreiben wollen, so können Sie die Option

-replace=yes

angeben.

Es ist auch möglich ein Zeitintervall anzugeben, in welchem die Sicherung erfolgt sein muß, um so auf ältere Versionen zurückzugehen (die z.B. noch frei von Computerviren sind):

dsmc restore -replace=yes -todate=1997-12-22 d:\*.doc

Archiveren von Dateien

Dateien werden mit folgendem Befehl archiviert:

dsmc archive -description=beschreibung datei

zum Beispiel:

dsmc archive -description="Briefe 1997" d:\lett97\*.doc

Die Beschreibung "Briefe 1997" wird gemeinsam mit den Dateien des Unterverzeichnisses abgespeichert.

Ein ganzer Verzeichnisbaum kann mit der Option -subdir=yes archiviert werden. Zum Beispiel:

dsmc archive -subdir=yes d:\programme\*.*

Anzeige von Dateien im Archiv

Um festzustellen, welche Dateien sich im Archiv befinden, gibt es das Kommando:

query archive

Sie können beispielsweise mit dem Befehl

dsmc query archive -subdir=yes d:\programme\*.*

eine Liste aller archivierten Dateien in allen Unterverzeichnissen von d:\programme herstellen.

Eine weitere Möglichkeit einer Abfrage wäre:

dsmc query archive -subdir=yes fromdate=1997-07-03 *

Diese Beschränkung auf ein Zeitintervall in dem das Archiv angelegt wurde, erlaubt es selektiv Daten herauszuholen.

Retrieve von Dateien

Eine archivierte Datei (oder auch mehrere) läßt sich mit dem Kommando

dsmc retrieve archivdatei zieldatei

aus dem Archiv zurückholen. Die Angabe der Zieldatei (kann auch eine Verzeichnisangabe sein) ist dabei optional und erlaubt das Abspeichern der Datei aus dem Archiv unter einem neuen Verzeichnis oder Namen.

Beispiel:

dsmc retrieve -replace=yes /u/holo/.bashrc

Holt die Datei /u/holo/.bashrc aus dem Archiv und ersetzt gegebenenfalls eine bestehende Datei gleichen Namens.

Automatische Datensicherung

Eine attraktive Verwendungsmöglichkeit von TSM ist die regelmäßige automatische Sicherung Ihrer Filesysteme (Festplatten). Der einfachste Weg unter Unix dazu ist, einen sogenannten Client-Scheduler unter dem Benutzer "root" zu starten:

nohup dsmc schedule > /dev/null 2>&1

(Bourne shell)

Geben Sie bei der Registrierung Ihres Rechners an, dass Sie diesen Dienst nutzen wollen (bei Systemen der Klasse C (mehr als 250 MB neue Daten/Tag) ist eine Rücksprache unter backup.zid@univie.ac.at sowieso sinnvoll). Ihre Unix Workstation wird damit z.B. automatisch über Nacht gesichert. Über den aktuellen Status der Sicherung können Sie sich mit dem Befehl:

dsmc query schedule

erkundigen. Außerdem wird ein entsprechendes Logfile in dem Verzeichnis angelegt, in dem der Scheduler aufgerufen wurde.

Ändern des Passwortes

Wenn Sie Ihre Registrierung durchgeführt haben, empfiehlt es sich das Passwort zu ändern. Sie können dies mit dem befehlsorientierten TSM Klienten wie folgt durchführen:

dsmc set password

Danach werden Sie nach dem alten und zweimal nach dem neuen Passwort gefragt.
Sie sollten nicht vergessen, daß dieses Passwort den Zugang zu allen Daten vermittelt, die jemals unter Ihrem Rechner gespeichert wurden.

Unter Unix können Sie als Administrator (root-User) noch das Passwort verschlüsselt abspeichern, sodass Ihre BenutzerInnen TSM verwenden können. Mittels

dsmc set access

läßt sich dies regeln. Sie wollen z.B. dem Benutzer holo des Rechners deck.re.univie.ac.at für das Archivieren authorisieren:

dsmc set access archive /* deck.re.univie.ac.at holo

Mittels dsmc query access lassen sich diese Einstellungen abfragen.

Selbstverständlich regelt TSM sonst den Zugriff für Ihre BenutzerInnen so, dass keine unerlaubten Zugriffe auf fremde Daten unter Ihren BenutzerInnen erfolgen können.

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